Poseidon

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Po|sei|don (griech. Mythol.):
Gott des Meeres.

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I
Poseidon,
 
Name deutscher Forschungsschiffe: 1) das Forschungsschiff der Deutschen Wissenschaftlichen Kommission für Meeresforschung (DWKfM) und des Deutschen Seefischerei-Vereins 1902-14, später (1919-39) Reichsforschungsdampfer der DWKfM und des Deutschen Reiches, fiel 1945 als Kriegsbeute an die UdSSR; 2) das Forschungsschiff des Landes Schleswig-Holstein, Betreiber ist das Institut für Meereskunde an der Universität Kiel, 1976 in Dienst gestellt: 60,8 m lang, 11,4 m breit, Wasserverdrängung 1 509 t, Reisegeschwindigkeit 12,5 Knoten, bietet Platz für 18 Besatzungsmitglieder und 12 wissenschaftliche Fahrtteilnehmer; ausgestattet für multidisziplinäre Forschungen in Nord- und Ostsee sowie im Nordatlantik. Ab 1980 verstärkt Einsatz im Rahmen internationaler Großprojekte und für regionale Forschungsprogramme von Spitzbergen bis zu den Kanarischen Inseln und von den Bermudainseln bis ins Mittelmeer (seit Indienststellung bis 1997: 235 Expeditionen).
 
II
Poseidon,
 
griechisch Poseidon, griechischer Mythos: der mächtige, oft grollende Gott des Meeres. Sein schon aus mykenischer Zeit überlieferter Name ist nicht endgültig gedeutet. Im Mythos ist Poseidon Sohn des Kronos und der Rhea, Bruder des Zeus und des Hades. Als die Brüder die Welt unter sich aufteilten, fiel Poseidon das Meer zu. Dort wohnte er mit seiner Gemahlin Amphitrite und den Meergöttern. Im Streit mit Athene um den Besitz Attikas schenkte er dem Land Pferde (oder ließ eine Quelle entspringen), verlor aber gegen die Göttin, die den Ölbaum wachsen ließ. Poseidon hatte zahlreiche Kulte an den Küsten des Ägäischen Meeres und auf den Inseln; ein Hauptheiligtum war das Panionion südlich von Ephesos. Im Binnenland (Böotien, Arkadien) wurde er als Gott des Pferdes und der Erdbeben hoch verehrt (bei Homer »Ennosigaios«, »Erderschütterer«); im Mythos trat er auch zuweilen in Gestalt eines Pferdes auf. Ihm zu Ehren wurden die Isthmischen Spiele veranstaltet. Von den Römern wurde er dem Neptun gleichgesetzt. - In der Kunst wurde Poseidon ehrwürdig und bärtig, ursprünglich langgewandet, mit Dreizack (eigentlich eine Harpune), auch mit Fisch und Delphin dargestellt. Er erscheint allein, im Götterverband, im Gigantenkampf, im Wettstreit mit Athene, in Herakles- und Theseusmythen. Archaische korinthische (von Töpfern geweihte) Tontäfelchen zeigen ihn stehend, thronend, auf dem Wagen fahrend oder reitend; zu Pferde oder auf dem ihm seit frühester Zeit zugeordneten Stier reitend, gibt ihn auch die attische Vasenmalerei wieder. Auf dem Ostfries des Parthenon sitzt er neben Apoll und Artemis (Athen, Akropolismuseum), der Westgiebel zeigt ihn im Streit mit Athene (London, Britisches Museum). Freiplastische Darstellungen des den Dreizack schwingenden unbekleideten Poseidon sind bereits für das 6. Jahrhundert v. Chr. anzunehmen (Wiedergabe auf Münzen); erhalten sind z. B. hellenistische Marmorstatuen aus Pergamon (2. Jahrhundert v. Chr.; Berlin, Antikensammlung) und Melos (1. Jahrhundert v. Chr.; Athen, Archäologisches Nationalmuseum); die berühmte Bronzeplastik Gott aus dem Meer gilt heute als Darstellung des Zeus. Die Kunst der Neuzeit wählte u. a. die Motive der Besänftigung des Sturmes (Dido-Meister, Pietro da Cortona, P. P. Rubens), des Triumphs mit Amphitrite (Rubens, N. Poussin) oder den Streit mit Athene (il Garofalo, L. Blondeel). Beliebt war Poseidon beziehungsweise Neptun als Brunnenfigur.
 
 
E. Simon: Die Götter der Griechen (31985).
 

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Po|sei|don (griech. Myth.): Gott des Meeres.

Universal-Lexikon. 2012.

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